Ramadan im osmanischem Reich

osmanlı resimler
Im osmanischem Reich war der Ramadan der Monat des Gebets und der Besinnung, so dass viele nicht mal einkaufen gingen. Deswegen waren sogar fast alle Geschäfte bis zum Abend geschlossen. Bis zum Abend wurde gebetet und aus dem Koran gelesen. Die Muslime waren sehr gläubig. Sie verzichteten auf das Rauchen und manche von ihnen verzichteten sogar auf das Beschnuppern von Blumen während des ganzen Ramadan. Weiterhin versuchten sie während des Monats den ganzen Koran wenigstens einmal durchzulesen.
Es gab natürlich auch in dieser Zeit Menschen, die nicht gefastet haben. Sie aber trotzdem soviel Respekt, dass sie in der Öffentlichkeit weder etwas aßen und tranken noch rauchten.
Bei Sonnenuntergang wurde das Fasten mit wenig Wasser gebrochen und als erstes das Abendgebet vollbracht. Nach dem Gebet ging das Mahl weiter mit verschiedenen Suppen und Aperitifs. Die Suppe nahm im Ramadan immer eine besondere Rolle ein. Dazu möchte ich von einer kleine Anekdote berichten.
Viele wohlsituierte Menschen stellten während des Ramadan einen weiteren Koch ein, der speziell damit beauftragt wurde, jeden Abend eine andere Suppe zu kochen. Somit musste dieser Koch 30 verschiedene Suppen kennen.
Zu diesem Zweck stellte sich eines Tages ein Koch bei einer rechen Familie vor. Als er vor den Hausherren gebracht wurde, fragte dieser den Koch: „Wie viele verschiedene Suppen kannst du kochen?“ „Dreißig verschiedene Suppen“ erwiderte der Koch. „Nun gut, dann bist du eingestellt. Wenn ich am Ende des Ramadan mit Dir zufrieden sein sollte, wirst Du zuzüglich zu deinem Gehalt noch eine große Summe an Trinkgeld bekommen.“ Der Koch beginnt am 1. Ramadan mit seiner Arbeit und kocht jeden Tag eine andere Suppe. Aber am 30. Tag fällt ihm plötzlich keine weitere Suppe ein. Anscheinend kannte er wohl nur 29 verschiedene Suppen und keine dreißig. Er wird panisch und sorgt sich um das Trinkgeld, welches sich gerade in Luft auflöst. Er weißt nicht was er machen soll. Nach einem langen hin und her, sagt er: “Alles oder nichts“. Er greift nach seiner Kochmütze, die er den ganzen Ramadan angezogen hatte und an dem die ganzen Gerüche und Fette des ganzen Monats klebten, und schmeißt ihn in den Suppentopf und kocht daraus eine Suppe. Ohne Scheu serviert er die Suppe am letzten Tag dem Hausherren. Am darauf folgenden Tag verlangt der Hausherr nach dem Koch. Als dieser zitternd vor Angst, er würde jetzt eine Tracht Prügel bekommen, dann vor ihm steht sagt er:“ Gut gemacht Koch, alle Suppen waren sehr gut, aber die Suppe, die du am letzten Tag gekocht hast, die war Sensationell. Was war das für eine Suppe?“ „Lassen Sie das bitte mein Geheimnis sein, mein Herr!“ erwidert der Koch, nimmt sein Geld und das Trinkgeld und verlässt das Haus.
Nach diesem Gang gingen viele Muslime zum Beten in die Moschee. Nach dem Gebet begann man mit dem Hauptmahl. Kurz vor dem Morgengrauen wurde dann zuletzt eine Kleinigkeit gegessen, bevor man dann mit einem Böller zum Fasten aufgefordert wurde.
Die Straßen waren am Abend mit unzähligen Lichtern geschmückt, so dass jeder Abend einem Feste ähnelte. Alle Geschäfte und Cafes waren bis zum Morgengrauen geöffnet. Die Menschen konnten sich mit ihren Freunden und Bekannten bis zum Morgengrauen dort treffen. Sogar die türkischen Saunas waren bis zum Morgengrauen geöffnet. Die Nacht wurde quasi zum Tag gemacht. Die Juden und Christen, die in dieser Zeit im Osmanischem Reich lebten, nahmen auch an diesem Fest teil. Als eine weitere Attraktion gab es Puppentheaterstücke, wie zum Beispiel „Hacivat und Karagöz“, die auf der Straße aufgeführt wurden.
Dem einem Monat Fasten folgte ein drei Tage langes Fest. Währen dieser drei Tage waren alle Geschäfte geschlossen und es gab so gut wie kein Arbeitsalltag. Die ganze Stadt wurde bunt geschmückt. Sie ähnelte einer großen Zirkusattraktion. Es gab Seiltänzer, Clowns, Puppentheater, tanzende Kinder und vieles mehr. Als eine weitere große Attraktion galten die Ringer, die ihren Körper einölten und ein kleines Schauspiel darstellten.
Die Großen der Familien blieben am ersten Tag in der Regel zu Hause und erwarteten Gäste. Nicht nur die Muslime nutzten dieses Fest um die Großen zu besuchen. Sogar die Christen und Juden nahmen die Chance wahr, um ihre muslimischen Freunde und Bekannte zu besuchen.

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